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© DNN-Online, 05.04.2013, 08:50 Uhr

Künstlergemeinschaften in Dresden bedroht: Beteiligte suchen Ausweg

JV/ttr
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    Foto: Roland Heinrich
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Dresden. Die Dresdner Initiativen Freiraum Dresden Elbtal, der Umsonstladen und die Künstlergemeinschaft Friedrichstadt Zentral sind nach eigenen Angaben von der Schließung bedroht. „Im Sommer läuft unser Mietvertrag für das Gelände an der Leipziger Straße aus“, erzählt Jacqueline Muth vom Freiraum Elbtal e.V. Seit 2005 siedelten sich Künstler, Handwerker und Familien auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände an der Elbe an.

Der Masterplan Leipziger Vorstadt der Stadt Dresden sieht „für das Hafenareal sowie das anschließende Elbufer südlich der Leipziger Straße die Planung einer großzügigen Elbpromenade vor. Gleichzeitig sollen hochwertige Angebote entstehen, die der einmaligen Lage und dem Potential des Neustädter Hafens Rechnung tragen.“

Nun suchen die dort bislang angesiedelte Künstler händeringend ein neues Gelände. „Wir sind auf der Suche nach einem möglichst großen Gelände, damit unser Verein, der zusammen gewachsen ist, nicht auseinander gerissen wird. Aber die Immobiliensuche gestaltet sich als sehr schwierig, da die Mietpreise in Dresden extrem angestiegen sind“, ärgert sich Muth.

Der Verein würde sich mehr Unterstützung seitens der Stadt wünschen. „Unsere Arbeit ist wichtig für die Entwicklung unseres Stadtviertels, doch leider steht oft nur der Gewinn im Vordergrund“, so Muth weiter. Eine Flucht aufs Land komme für die Vereinsmitglieder nicht in Frage, man wolle in der Nähe des kulturellen Lebens der Großstadt bleiben. Ebenfalls vor den steigenden Mietpreisen in Dresden fürchten sich die Betreiber des Umsonstladens. „Mitte März haben wir erfahren, dass die Läden im Sonnenhof an eine Immobilienfirma nach Nürnberg verkauft wurden“, so eine Sprecherin auf Anfrage von DNN-Online.

„Bisher haben wir monatliche nur die Nebenkosten bezahlt, aber der neue Besitzer hat uns mitgeteilt, dass wir bald eine reguläre Mieter zahlen müssen“, so die Sprecherin weiter. Der Umsonstladen bietet vor allem für weniger gut Betuchte die Möglichkeit, kostenlos Babysachen oder Bücher mitzunehmen, die vorher gespendet wurden. Da der Verein nach eigenen Angaben keinen Gewinn erzielt, wird er sich die Miete im Sonnenhof nicht leisten können. „Wir brauchen dringend eine Lösung“, so die Betreiber.

Auch der Verein Friedrichstadt Zentral e.V. muss aus seinem jetzigen Räumen an der Friedrichstraße in Friedrichstadt ausziehen. Seit acht Jahren bietet der Verein Künstlern und Handwerkern Raum für ihre Projekte. Nun müssen sie im Sommer ausziehen. Ein neues Domizil wurde auf der Riesaer Straße in Pieschen gefunden. „Allerdings wissen wir noch nicht, wo wir als Zwischenlösung hinsollen. Das Objekt an der Riesaer Straße muss noch saniert werden und ist erst 2015 bezugsfertig.“ Der Verein befüchtet nun, dass seine Mitglieder sich zerstreut in Dresden ansiedeln müssen.

Welche Grundstücke für solche gemeinnützigen Projekte in Frage kämen, könnte das Brachflächenkataster klären, das gerade im Umweltamt erstellt wird. Für dieses Verzeichnis, in dem alle Dresdner Brachflächen in kommunalem Eigentum erfasst werden sollen, hat die Stadtverwaltung bei den vergangenen Haushaltsverhandlungen Gelder bereitgestellt, so der Grünen-Stadtrat Torsten Schulze.

Bereits 2011 hatte die Grünen-Fraktion in Stadtratsanträgen gefordert, dass sich die Stadtverwaltung mit möglichen Flächen für Freiraum-Projekte auseinandersetzen solle. Noch vor etwa einem Jahr lehnte der Stadtrat diese Anträge ab. „Umso mehr freuen wir uns, dass nun doch Gelder bereitgestellt wurden“, so Schulze. Ihm liege daran, dass die Projekte „ein gewisses Standing bekommen, denn das ist bisher nicht der Fall“.

Leipziger Vorstadt Freitag, 05.04.2013 (sz-online)

Freiraum Elbtal steht vor dem Aus

Mit einem „Jetztzeitmuseum“ in der Galerie „Der Ararat“ in der Leipziger Straße 33 möchte der Verein Freiraum Elbtal auf seine schwierige Situation aufmerksam machen. Im Juni läuft der Mietvertrag für das vom Verein genutzte Gelände zwischen Leipziger Straße und Elbe aus. „Etwa 40 Künstler und Handwerker stehen dann vor dem Nichts“, sagt Jaqueline Muth, die Sprecherin des Vereins.

Vor etwa sechs Jahren hat sich der Freiraum Elbtal entwickelt und der Verein wurde gegründet. Das Gelände gehört einer Erbengemeinschaft, die den Mietvertrag nun nicht mehr verlängern möchte. Mehrere Versuche, mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen, scheiterten. Auch die Suche nach einer Ausweichfläche verlief bisher erfolglos. Ein Angebot der Stadt für ein Grundstück etwas außerhalb sei kurzfristig zurückgezogen worden. „Es gibt keinen Ansprechpartner für uns“, kritisiert Muth. Dabei habe sie durchaus die Aufgabe, Raum für Künstler zu schaffen, sagt sie. Jetzt hoffen Muth und ihre Mitstreiter darauf, mit den Projektentwicklern der Hafencity ins Gespräch zu kommen.

„Bis das Wohngebiet am Elbufer gebaut wird, vergehen vermutlich noch Jahre“, so Muth. Zeit, die dem Verein an der Elbe bleibt, die er für die weitere Suche nach einer geeigneten Bleibe nutzen könnte. „Oder in der wir mit der Stadt ein Konzept erarbeiten könnten“, sagt sie. (kah)

Vorab: die Inhalte der folgenden Artikel entstammt nicht unserer Feder. Sie erscheinen uns mitunter stark geprägt und gedeutet durch die Wortwahl der jeweiligen Journalisten (was wir im Sinne der Pressefreiheit diesen natürlich zugestehen).

Vor allem möchten wir ein Missverständnis ausdrücklich ausräumen: WIR KÄMPFEN NICHT gegen das geplante und fortschreitende “Hafen City”-Projekt an. Wir verstehen uns als einen Teil der Stadtteil-Entwicklung – und möchten als solcher berücksichtigt werden.

Dresdner Kulturmagazin Januar 2011

Morgenpost 23.10.2011

Sächsische Zeitung 23.10.2010:

Pieschener   kämpfen gegen

Hafencity

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Einschub: Wir – der Verein Freiraum Elbtal e.V. – dementieren ausdrücklich die Aussage “Wir kämpfen”. Im Rahmen der journalistischen Redefreiheit obliegt es Hr.T.Winzer, Formulierungen und Bezüge herzustellen auf Grundlage eines Interviews mit uns. Jedoch betonen wir ausdrücklich noch einmal: es geht uns nicht um Kampf, sondern um Partizipation und Kommunikation. “Wir kämpfen gegen…” haben wir auch während des Interviews am 22.10.2010 nicht gesagt.

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Künstler und Handwerker sprechen sich gegen Luxuswohnungen am Elbufer aus. Ihr Quartier soll erhalten werden.

Bildergalerie

So soll die Pieschener Hafencity nach einem Entwurf der DresdenBau und Projektierungsgesellschaft aussehen. Visualisierung: archlab,

Alternative Künstlersiedlung gegen Luxuswohnungen: Pieschener, die sich auf einem ehemaligen Industriegelände südlich der Leipziger Straße angesiedelt haben, wehren sich gegen den geplanten Bau eines modernen Wohn- und Kulturviertels, der Hafencity. „Wir haben die Befürchtung, dass wir wegsaniert werden“, sagt Paul Hackenberg, einer der Aktivisten.

Zurzeit wird die rund 12000 Quadratmeter große Fläche in der Nähe des Alexander-Puschkin-Platzes von 39 Siedlern genutzt. Sie haben 2004 begonnen, das unwegbare Gelände mit mehreren verfallenen Industriegebäuden Stück für Stück zu sanieren. Eine große Werkhalle wurde in den vergangenen Monaten zu einem Veranstaltungsraum umgebaut. In zuvor vermüllten Lagerhallen entstanden Fahrrad-, Holz- und Glasbläserwerkstätten. Unter den Aktivisten sind Künstler, Handwerker, Hartz-IV-Empfänger, Rentner und kleine Kinder. „Mittlerweile ist hier eine richtige Sozialstruktur gewachsen“, sagt Hackenberg, der seit einem Jahr in der kleinen Siedlung arbeitet.

Nach den Vorstellungen des 26-Jährigen sollen die Siedler von der Stadtverwaltung in die weiteren Planungen für eine moderne Hafencity eingebunden werden. Sie wollen langfristig eine alternative Künstler- oder Werkstatt-Siedlung einrichten.

Das würde den jetzigen Plänen der Stadt entgegenstehen. Das Hafencity-Konzept sieht bislang eine hochwertige Wohnbebauung nahe der Elbe vor. Zudem will das Stadtplanungsamt eine sogenannte Kulturspange errichten. Unter anderem ist für den alten Leipziger Bahnhof die Einrichtung des Verkehrsmuseums geplant. Einzelhandel im großen Stile sei nicht vorgesehen, um keine Konkurrenz für das Pieschener Zentrum zu schaffen, heißt es. Das Hafencity-Konzept hat bislang den Charakter eines Strategiepapiers. Die Umsetzung ist nach den Plänen der Stadt in Stufen geplant und kann sich bis 2050 hinziehen.

Die jetzigen Hafencity-Siedler sind sich dessen bewusst. „Wir wollen gehört werden, bevor der Entscheidungsprozess begonnen hat“, sagt Hackenberg. Deshalb wollen sie sich mit ihrem Verein „Freiraum Elbtal“ künftig stärker in der Öffentlichkeit zeigen, mit politischen Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen. „Viele wissen gar nicht, dass es hier so etwas gibt“, sagt Hackenberg.

Kurzfristig fordern die Siedler größere Planungssicherheit. Der derzeit gültige Pachtvertrag mit den Grundstückseigentümern ist jederzeit kündbar. Im Falle des Falles müssten sie das Gelände innerhalb von drei Monaten verlassen. Die Siedler würden aber gern noch mehr Gebäude auf dem Gelände sanieren. „Ohne Sicherheiten ist das jedoch schwierig“, sagt Hackenberg. Tobias Winzer

Leipziger Straße 33A 01097 Dresden, Nähe Puschkinplatz

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