Information und Engagement, Beteiligung statt Kampf

Unser Aktions- und Infotag hat nun erfolgreich stattgefunden.

Ab 10 Uhr haben wir eine der wenigen bisher noch nicht beräumten Hallen entmüllt und gleichzeitig Reparatur-Maßnahmen an Fenstern und dem Eingangstor begonnen. Die Angelegenheiten wurden noch nicht ganz abgeschlossen, jedoch mit einem mächtigen Start-Impuls begonnen. Das ganze Vorhaben stand unter dem Motto „FREIRÄUME FREIRÄUMEN“ und hatte einerseits den praktischen Nutzen, einen Raum im Herzen des Geländes freizulegen, der im folgenden zur Ausstellungssituations hergerichtet werden soll. Da nun bald der Winter hereinbricht und noch einiges mehr – Strom, Beleuchtung, Dach, und dergleichen – bewerkstelligt werden wollen, wird die Eröffnung der Räumlichkeit frühestens ins Jahr 2011 fallen. Zum anderen war und ist das Motto Programm im Verein: Freiräume freiräumen – im Großen und Ganzen zuerst zweckfrei und variabel, im Einzelnen als Möglichkeit zur Umsetzung ganz konkreter Projekt-Ideen.

Gut besucht war die neue Glasbläserinnen-Werkstatt, die an diesem Tag auf dem Gelände eröffnet wurde mit praktischen Vorführungen. Weiterhin standen offen das Co-Working-Büro mit Gesprächen und Einblicken sowie die Fahrradwerkstatt mit einer Ausstellung fast ausschließlich aus recycelten Materialien wiederaufgebauter Exponate. Die Experimentelle Kelterei war zu besichtigen und lud zu Verkostungen ein von auf dem Gelände produzierten Honig- und Hollunderweinen.

Wir haben mehrere Presse-Termine wahrgenommen, mit uns und dem Projekt wohlgesonnenen Artikeln im Ergebnis (siehe unten). An dieser Stelle möchten wir ein Missverständnis ausdrücklich ausräumen: WIR KÄMPFEN NICHT gegen das geplante und fortschreitende „Hafen City“-Projekt an. Wir verstehen uns als einen Teil der Stadtteil-Entwicklung und damit auch des „Hafen City“-Masterplans. Wir empfinden starken Rückenwind durch aktuelle Entwicklungen in der Landschaftsarchitektur (siehe Links) sowie die Bekenntnisse des „Kulturentwicklungs-Plans“, die große Potenziale in der Brachen-Nutzung einerseits und in nachhaltiger Bürgerbeteiligung anderseits sehen. Wir sehen uns als am Prozess der Stadt- und Gesellschafts-Entwicklung beteiligt und möchten dieserart wahrgenommen werden.

Zuspruch empfanden wir auch im Gespräch mit den Besuchern unserer abendlichen Info- und Vortragsveranstaltung, in der wir den „Freiraum Elbtal“ präsentierten (Björn Tobias) und die Ideen der „Transition Town“-Bewegung vorstellten (Thomas Fritsche). Neben der Geschichte des Geländes vor und während der Nutzung durch den „Freiraum Elbtal e.V.“ waren viele Bilder zu sehen, die das gegenwärtige Geschehen hier auf „unserem Platz“ illustrieren und in einen gesamt-gesellschaftlichen Zusammenhang setzten in Bezug auf Recycling und nachhaltige Nutzung von Ressourcen; Einflüsse der Transition-Town-Bewegung wurden exemplarisch dargestellt.  Die Zeit ist reif für das Experiment. Bewegungen, die aus dem Engagement heraus entstehen und aus Netzwerken aktiver Bürger. Gesellschaftliche Entscheidungen, die ganz klar aus aktuellen Bedürfnissen der Gesellschaft resultieren. An dieser Stelle bitten wir Interessierte des Abends und darüberhinaus, uns per eMail ihren Kontakt zukommen zu lassen, sofern sie an Informationen über zukünftige Veranstaltungen interessiert sind.

Ein dritter geplanter Vortrag über „Vision und Ausblick des Freiraum Elbtal“ wurde aufgrund eines nervös bedingten Black-Outs der Referentin Jacqueline Muth unterbrochen. Er setzte sich fort im abschließenden offenen Gespräch; die Themenbezüge des Vortrags fanden sich auch wider in Schautafeln zu aktuellen Positionen der Landschaftsarchitektur (Grünflächen in der Stadt, Stadtgärten, Nachhaltigkeit von Bürgerbeteiligung) sowie mit Auszügen aus dem „Kulturleitbild der Landeshauptstadt Dresden“ (2007), worauf verwiesen wurde. Ein Beispiel dafür, dass vermeintliches Scheitern Teil des Experiments sein darf.

Bereichert wurde der Abend mit einer Eat-Art-Performance von Paul Hackenberg und einer mehrstündigen gepflegten Jam-Session von John A. Mora.

Fotos zur Veranstaltung finden Sie / findet Ihr auf unserer BILDER-Seite.

Auf eine Frage möchte ich noch einmal Bezug nehmen: Geht es uns in erster Linie um den Erhalt „unseres Freiraums“ im „Hafen City“-Entwicklungsgebiet oder um die Stärkung des Freiraum-Gedanken im gesellschaftlichen Gesamt-Gefüge allgemein? Ich sage: beides. Natürlich sind wir in erster Linie daran interessiert, den „Freiraum Elbtal“ für unsere weitere Nutzung und Gestaltung zu erhalten. Im weiteren Sinn sehen wir die Notwendigkeit, die Öffnung der Politik und Strategie Dresdens für nachhaltige, nutzer-orientierte Konzepte durch u.a. unser Engagement zu bereichern. Ich möchte hier noch einmal auf den 2007 verabschiedeten KULTURENTWICKLUNGSPLAN UND KULTURLEITBILD DER LANDESHAUPTSTADT DRESDEN sowie die neuen Strategien der Landschaftsarchitektur zugunsten von Grün- und Freiflächen-Erweiterung im Stadtgefüge verweisen, zu denen in Kürze mehr Informationen und Links auf unseren Seiten zu finden sein werden.

Der Stein ist im Rollen, Veränderungen im Gang. Wir sind Teil einer Verwandlung und laden ein zur Beteiligung daran. In welcher Form und mit welchen Mitteln, das wird sich im einzelnen zeigen. Grundtenor sind praktische Umsetzung von aktuellen Ideen und Engagement im engen Zusammenspiel mit theoretischer Reflektion und Lernen am Gelernten.

Vielen Dank an alle Beteiligten des Aktions- und Infoabends am 22.Oktober 2010 im Freiraum Elbtal e.V.

Jacqueline Muth

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