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Die Übergabe der Unterschriftenlisten an das Rathaus

Gestern waren der Vorstand des Vereins und einige andere Mitglieder im Rathaus, um Frau Orosz unseren Kampagnenbrief zu übergeben. Zur Erinnerung: im letzten Sommer starteten wir die Kampagne „Freiraum Elbtal BLEIBT!“ mit einem Kampagnenbrief, der seither über 9000 mal unterschrieben wurde. Neben der Bitte um Vermittlung wegen des Grundstücks Leipziger Straße 33a ist eine der Forderungen: es muss spürbare Verbesserungen für die kreative Szene und nicht-profit-orientierte Projekte geben. Nicht nur der Freiraum Elbtal wird von Profitinteressen verdrängt, viele Projekte in Dresden sind bereits zerstört wurden oder bangen um ihre Existenz.

Die Berichterstattung zu gestern:

Sächsiche Zeitung

Menschen in Dresden

Dresdner Morgenpost

DER Offene Brief

Sehr geehrte Erbengemeinschaft Grumbt, sehr geehrte Frau Töberich.

Im Auftrag von (ja – von wem eigentlich?) wurde das Gericht angewiesen, den Freiraum Elbtal am 27.2. um 8:00 zu räumen.

Noch immer ist dem Verein und seinen Mitgliedern nicht klar, wer gegenwärtig der Eigentümer des Grundstücks ist.

Seit September 2013 liegen uns die Namen und Adressen der Grumbt’schen Erbengemeinschaft vor, den ehemaligen oder Noch-Eigentümern. Seither erhielten Sie regelmäßig Briefe von uns mit Informationen zu unserem Projekt und der Bitte um Gespräche. Auch haben wir immer wieder auf die Immobilien-Situation in Dresden hingewiesen, die es Kulturprojekten wie unserem sehr schwer macht, Räumlichkeiten und Grundstücke zu erwerben oder zu mieten. Dresden wächst und gedeiht, die Grundstückspreise sind rapide gestiegen. Es entstehen Wohnhäuser und Einkaufstempel. Nur für ehrenamtliche (Kultur)Projekte gibt es in dieser Stadt immer weniger Platz.

Leider erhielten wir auf unsere Briefe nie eine Antwort. Stattdessen wurden wir von Ihnen verklagt. Ihr Anwalt verhöhnte unsere Schreiben und forderte uns sogar mehrfach auf, derlei „Bettelbriefe“ zu unterlassen.

Nach wie vor ist der Freiraum Elbtal e.V. unermüdlich auf der Suche nach einem geeigneten Ausweichobjekt, in und auf dem er seine gemeinnützige Tätigkeit fortführen kann.

Wir brauchen einen Ort, an dem ein Wagenplatz existieren kann, auf dem wir Werkstätten und Ateliers nutzen und zur Verfügung stellen können. Auf dem wir mit unseren kleinen und großen Gästen gärtnern, musizieren, werkeln, lachen und in Gesellschaft Zeit verbringen können. An dem wir als Künstler, Kunsthandwerker und Erfinder unserer Tätigkeit nachgehen, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen und gleichzeitig Workshops und Werkstattage anbieten zu können.

Eine lebenswerte, gesunde Umwelt ist uns wichtig. Die Möglichkeit, sich selbst immer wieder neu zu erfinden und die Möglichkeit, sich als Teil einer Gemeinschaft zu empfinden, die oft mehr erreicht, als jede und jeder alleine.

Und das hat der Freiraum Elbtal e.V. jahrelang geschafft: Mit Recycling, Upcycling, viel Improvisation, ohne Honorar und immer gemeinschaftlich selbst-verwaltet. Dafür haben wir nie öffentliche Fördermittel beansprucht, alles in Eigenleistung gemeistert.

Dieser Ort war für uns bisher die Leipziger Straße 33a. Eine Ruine, die zehn Jahre lang brach und vermüllt lag. Hier haben wir uns den Freiraum Elbtal aufgebaut. Davon haben in den vergangenen Jahren tausende Dresdner_innen profitiert. Viele persönliche Erlebnisse und gemeinschaftliche Projekte sind hier entstanden, prägten den Ort und prägen alle, die daran beteiligt waren.

Soll das nun das Ende sein?

Wie wir und auch die Öffentlichkeit wissen, sind die Pläne für die geplante Bebauung des Grundstücks durch die Dresdenbau GmbH noch weit von ihrer Umsetzung entfernt.

Es ist auch fraglich, ob und in welcher Weise das Grundstück überhaupt „verwertet“ werden kann. Es liegt nicht nur im ausgewiesenen Überflutungsgebiet der Elbe, es ist just auch das am tiefsten gelegene Grundstück im Quartier – im Juni 2013 stand das Gelände bis zu 2,40m unter Wasser.

Der Stadtrat von Dresden stellte fest, dass im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung die Wohnbebauung der ufernahen Bereiche zukünftig keine politische Unterstützung erfahren wird. Dresden ist auf dem Weg, seine Politik zu ändern und dabei aus den Baufehlern anderer Kommunen zu lernen.

Wie auch immer diese politische Veränderung sich gestalten wird und was das für die Eigentümer der Grundstücke in Flutgebieten bedeuten wird.

Eins steht fest:

Auf dem Grundstück Leipziger Straße 33a werden noch lange keine Bagger rollen.

Wir glauben, dass unser eigenes Konzept einer möglichen weiteren Nutzung tragfähiger wäre, als eine voll versiegelte Wohnbebauung.

Natürlich wissen wir, dass unsere Träume an dieser Stelle Träume bleiben, solange über die endgültige Weiterverwertung der Immobilie nicht entschieden wurde.

Wäre das nicht zumindest besser, als eine leerstehende Brache, die wirklich niemandem etwas nützt?

Solange wir das Grundstück als Freiraum Elbtal nutzten, war und ist es lebendig. Keine Randale, keine weitere Vermüllung – das Gegenteil war der Fall. Es ist ein Platz für die Menschen von Dresden geworden.

Das alles könnte noch einige Jahre so sein, wenn Sie es zulassen.

Wir bitten Sie daher, von der Räumung des Grundstücks Leipziger Straße 33a zum jetzigen Zeitpunkt abzusehen.

Gern können Sie uns erreichen, wir würden uns über ein Gespräch mit Ihnen nach wie vor sehr freuen.

Unter [———–] erreichen Sie die Sprecherin des Vereins, Stephanie Schulz.

Dieses Schreiben wurde als Offener Brief an die 10 Mitglieder der Erbengemeinschaft Grumbt, an Frau Töberich (Dresdenbau GmbH) sowie an die Presse versandt.

Mit freundlichen Grüßen, der Vorstand des Freiraum Elbtal e.V..

Thomas Herold, Martin Billert, Romy Backhaus und Jesse Langley

Kontakt Freiraum Elbtal

Stephanie Schulz

[————–]

[freiraum.elbtal@gmx.net]

Tunnel erhalten! Am 3. Februar 15:00 – 18:00

Freiraum in Gefahr. Wer kennt die Unterführung am Neustädter Markt noch? Als vielleicht noch einzige (?) Unterführung in Dresden sicherte sie Fußgängern die gefahrlose und verzögerungsfrei Unterquerung der Großen Meißner Straße. Mehr noch: Sie bot Skatern einen Freiraum zum Skaten, den sie sonst kaum noch finden. Und darum werden sie nun um „ihre“ Unterführung“ kämpfen. Seit der Flut 2013 ist sie gesperrt, die Sanierung stand an, mit Fluthilfemitteln. Nun allerdings soll sie zugeschüttet werden, so haben es CDU und die Grünen im Stadtrat beschlossen. Wir sagen: Tut es nicht! Nicht noch ein sinnloser Abriss, nicht noch ein Freiraum in Dresden, der verloren geht.

Also.. Tunnel erhalten! Am 03. Februar von 15 – 18 Uhr, wo? Na am Tunnel!

So, 25.1. Film+Diskussion „Verdrängung hat viele Gesichter“ (Schauburg)

Gentrifizierung hat viele Gesichter und wird aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen – je nach dem, auf welche Weise der/die einzelne davon betroffen ist. Deshalb ist Kommunikation wichtig bei Stadt-Umbau-Prozessen. Sonst sind Konflikte vorprogrammiert.

Gentrifizierung „schön-reden“ bringt nichts. Wo Menschen gegen ihren Willen verdrängt werden, gibt es Verlierer_innen.

Für den 25.1. 16:00 möchten wir Euch diesen Kulturbeitrag ans Herz legen. Mit Film und Diskussion in der Schauburg Dresden. Trailer:

für weitere Infos schaut hier: http://www.schauburg-dresden.de/index.php?page=va&va_id=21712

https://berlingentrification.wordpress.com/

22.1. im Stadtrat: Die Bebauung des Freiraum Elbtal sowie weiterer Flächen im Flutgebiet wird beschlossen

Die Flut 2013 ist erst 1,5 Jahre her – da stand der Freiraum Elbtal bis zu 2,5m unter Wasser. 2002 gabs das angebliche „Jahrhunderthochwasser“ und auch in den Jahren dazwischen wurde das Gelände zweimal geflutet (2006 und 2011, wenn auch nicht ganz so verheerend). Nicht umsonst liegt das Grundstück im ausgewiesenen Überflutungsgebiet der Elbe. Eigentlich dürfen Flutgebiete gar nicht bebaut werden, so stehts im bundesweiten Hochwasserschutzgesetz (2005). Und dennoch plant eine Firma genau hier die Errichtung von hunderten von (Luxus-)Wohnungen. Dafür soll der Freiraum Elbtal weichen, obwohl selbst im wahnwitzigsten Fall der Baubeginn frühestens in einigen Jahren stattfinden würde. Sollte der Freiraum Elbtal geräumt werden, dann weicht er einer bestenfalls zum kleinsten Teil bebaubaren Brache. Und der Freiraum? Eine Kulturoase würde ersatzlos aus dem Dresdner Stadtbild verschwinden.

Im Stadtrat am kommenden Donnerstag wird über die Bauprojekte „Hafencity Dresden“ und „Marina Garden“ beschlossen. Wir hoffen, die Politik entscheidet klug und verhindert eine Bausünde, die schon jetzt über die Stadtgrenzen von Dresden hinaus kritisiert wird.

Näheres und weiteres findet Ihr auf dem Blog der Initiative „Elbraum für alle – STOPPT Hafencity“. Wir werden da sein. Wer noch?

kommegleichwiederWEB

„Wem gehört Dresden?“ Fahrraddemo am Samstag den 08.11. 14Uhr in der Columbusstraße

  • Am 23.03.2013 fand die erste Fahrraddemonstration der Interessengemeinschaft Freiräume in Dresden statt. Bei dieser Tour wurden unter dem Motto „rAusflug“ acht bedrohte Dresdner Freiraumprojekte angefahren. Was hat sich seit dem getan? Die Liste der bedrohten bzw. beendeten Projekte wird immer länger. Freiräume und Brachen verschwinden, die Mieten steigen weiterhin, Menschen werden aus ihren Stadtvierteln vertrieben. Wir wollen eine Stadtverwaltung, die für die Einwohner_innen ansprechbar ist. Wir wollen eine Politik, die sich mit den Nöten, Wünschen und Anregungen der Einwohner_innen stärker befasst. Eine Politik die akzeptiert, dass Dresden ALLEN Menschen gehört, die in Dresden leben!

Aufruf zur Fahrraddemonstration am 8.11. 14:00 Uhr – Columbusstraße

Freiräume und Brachen verschwinden, die Mieten steigen, Menschen werden aus ihren Stadtvierteln vertrieben. Es geht ANDERS!

Die Stadt gehört (auch) uns, wir wollen eine Stadtverwaltung die kreative Nutzung von Flächen befördert, mit alternative Wohnformen experimentiert und Künstler und Kreativen Flächen organisiert. Eine andere Stadt ist nötig. Die Mietpreise sind Ergebnisse fehlgeschlagener Politik zwischen Woba Verkauf und fehlender Förderung von sozialem Wohnungsbau. Es ist möglich, dass die Stadt eine Politik betreibt, die nicht nur Großverdienern ermöglicht Mieten zu bezahlen. Wir wollen eine Stadtpolitik die auf Durchmischung statt Segregation setzt, weil es Sinn macht, Menschen lernen so voneinander und Leben miteinander in Frieden.

Mietpolitik

Die Immobilienmärkte sind auf einem Niveau, auf dem selbst Normalverdiener nach einer bezahlbaren Wohnung suchen müssen. Für Einkommensschwache wird die Wohnungssuche schnell zum Spießrutenlauf. Mieterselbstorganisation findet nur wenig statt, so werden wir dominiert von einkommensstarken Vermietern und profitorientierten Konsortien. Das ist eine Art Ausverkauf der Stadt, Mieter*innen haben nur wenig mitzubestimmen und zu gestalten. Genau das, eine Bindung an den Stadtteil durch Mitgestaltung sollte aber ein Ziel einer lebendigen Stadt sein. Dresden toleriert den Ausverkauf des alten Wohnungsbestandes, obwohl in der Sozialcharta beim Woba Verkauf ein Vorkaufsrecht vereinbart wurde. Die Stadt hat diverse Hebel, Mietpreise und Verkäufe zu steuern, nutzt sie aber nicht aktiv. Wo ist die Stadt die sich für ihre Bewohner*innen – in dem Fall Mieter*innen einsetzt?

Künstler und Kreative

Nicht die Kreativen brauchen Platz, die Stadt braucht die Kreativen. Es ist ein offenes Geheimnis das schon ganz viele nach Leipzig abgewandert sind, weil die Räume zu knapp sind und Stadtpolitik Künstler zu wenig fördert. Eine lebendige Kreativszene ist ein Stadtortargument, wenn sie es denn so haben wollen. Wenn die Städte bunter sind, sind sie lebenswerter, das haben sogar schon die Manager von großen Unternehmen begriffen. Nur mit Barockkultur ist dresden piefig und langweilig. So entstehen keine neuen Ideen. Mit der Vernichtung der Freiräume beraubt sich die Stadt sich seiner Differenz und seines kulturellen Rückgrats. Alle Projekte die langfristig denken, Wohnraum für Kreative schaffen, müssen das mit privaten Geldern stemmen. Wo ist das Engagement der Stadt und des Landes, solche Wohnprojekte zu fördern?

Brachen und Freiraumpolitik

Es gibt viele Grünflächen in Dresden, einige neue Freiraumprojekte wie der Weisseritzgrünzug sind entstanden. Eine nachhaltige Stadtentwicklung wird jedoch auch durch Bürgerprojekte gefördert. Die werden quasi alle durch private Initiativen und Gelder gestemmt. Es gibt über 20 alternative Garten und Freiraumprojekte die nur durch Privatinitiative getragen werden. Hat die Stadt kein Interesse das neue Ideen in der Stadtentwicklung gefördert werden? Für Großprojekte ist jede Summe vorhanden (Waldschlößchenbrücke, Kraftwerk Mitte usw.) … aber für die kleinen Projekte fehlt an ein paar tausend Euro – Peanuts bei einem Haushalt von einer Milliarde allein für Dresden.

Fahrraddemonstration

Wir werden den Finger in die Wunden legen und gleichzeitig Alternativen präsentieren. Mit dem Fahrrad, dynamisch und frisch, werden wir uns kreativ durch die Stadt bewegen. Wir freuen uns auf eure Fahrradmobile, Anhänger, Fahrradlautis, Verkleidungen, Puppen und was euch noch so einfällt. Wir werden Projekte besuchen, uns ihre Kritik und Sorgen anhören, Visonen erfahren und gemeinsam einen schönen Tag haben. Der November könnte kühl werden, gemeinsam wird uns warm, wir werden Plätz zum aufwärmen und der Versorgung einplanen. Wir hoffen das die Demo bunt wird und alle Menschen anzieht: kulturell Aktive, Bewohner*innen von Dresden, Familien, politisch Aktive die sich für eine andere Stadt einsetzen.

Gemeinsam zeigen wir, das wir nicht bereit sind uns mit der Situation abzufinden – Denn: WEM GEHÖRT DRESDEN? UNS GEHÖRT DRESDEN!